Die Abschlussprüfung zum Rettungssanitäter
Am Ende der Ausbildung zum Rettungssanitäter steht die Abschlussprüfung, die aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht. Erst nach erfolgreich bestandener Prüfung erhältst du das staatlich anerkannte Zeugnis als Rettungssanitäter.
Aufbau der Prüfung
Schriftlicher Teil
Im schriftlichen Prüfungsteil wird das theoretische Wissen aus dem Lehrgang abgefragt. Typische Themen sind:
- Anatomie und Physiologie
- Krankheitsbilder und Notfallsituationen
- Medikamentenkunde (im Rahmen der RS-Kompetenzen)
- Rettungsdienstorganisation und Rechtskunde
- Hygiene und Infektionsschutz
Die Prüfung besteht meist aus Multiple-Choice-Fragen sowie offenen Fragen. Die genaue Anzahl und das Format variieren je nach Bundesland und Prüfungsordnung.
Praktischer Teil
Im praktischen Prüfungsteil musst du zeigen, dass du Notfallsituationen sicher und strukturiert bewältigen kannst. Dabei werden typischerweise Fallszenarien simuliert, in denen du:
- Eine vollständige Patientenbeurteilung durchführst
- Lebensrettende Sofortmaßnahmen einleitest (z. B. CPR, Atemwegssicherung)
- Die Einsatzdokumentation skizzierst
- Kommunikation mit dem Prüferteam (als Leitstelle oder Klinikpersonal) zeigst
Die Prüfungskommission bewertet dabei nicht nur das Ergebnis, sondern auch den strukturierten Ablauf und die Handlungssicherheit.
Bewertung und Bestehen
Beide Prüfungsteile müssen separat bestanden werden. Ein sehr guter schriftlicher Teil kann einen ungenügenden praktischen Teil nicht ausgleichen. Die Mindestpunktzahl zum Bestehen wird in den jeweiligen Prüfungsordnungen festgelegt.
Tipps zur Prüfungsvorbereitung
Theorie
- Lernkarten nutzen: Medizinische Begriffe, Notfallalgorithmen und Maßnahmen als Karteikarten lernen
- Lerngruppen bilden: Gemeinsam lernen hilft, Lücken aufzudecken und Wissen zu festigen
- Alte Prüfungsfragen: Viele Schulen stellen Übungsklausuren zur Verfügung – nutze sie
- Regelmäßige Wiederholung: Verteile den Lernstoff über mehrere Wochen, statt alles auf den letzten Tagen
Praxis
- Szenarien üben: Übe mit Kommilitonen reale Notfallszenarien durch – auch unter Druck
- Algorithmen internalisieren: ABCDE-Schema, SAMPLE-Anamnese und CPR-Abläufe müssen sitzen
- Laut denken: Kommuniziere deine Handlungen beim Üben, damit Prüfer deinen Denkprozess nachvollziehen können
Nach der Prüfung: Staatliche Anerkennung
Nach bestandener Prüfung erhältst du das Zeugnis als Rettungssanitäter, das von der zuständigen Behörde (meist dem Innenministerium oder der Bezirksregierung) anerkannt wird. Dieses Zeugnis ist bundesweit gültig. Eine Rezertifizierung ist in regelmäßigen Abständen (je nach Bundesland alle 2–5 Jahre) durch Fortbildungen nachzuweisen.